Spielen auf Linux: ein traditionelles Betriebssystem erobert den Gaming-Markt

Spielen auf Linux: ein traditionelles Betriebssystem erobert den Gaming-Markt

Spielen auf Linux: ein traditionelles Betriebssystem erobert den Gaming-Markt

Linux gilt seit vielen Jahren als solides, besonders sicheres Betriebssystem – von Entwicklern, Webmaster und Systemadministratoren geliebt, allerdings kaum bekannt für seine Gaming-Kapazitäten. In diesem Bereich hatte Windows lange die Nase vorn, ebenso wie natürlich die verschiedenen Konsolen. Und das, obwohl der gesamte Android-Bereich auf Linux basiert. Nun setzt man hier jedoch zu einem Eroberungszug des Gaming-Markts an, sowohl über die Plattform Steam, aber Gerüchten zufolge auch mit einem neuen Valve-Handheld, das Linux gestützt sein soll.

Welche Spiele lassen sich besonders gut unter Linux spielen? Lange schien das Angebot hier eingeschränkt und bezog sich vor allem auf alte Spiele, die eben auf älterer Hardware besser laufen, während moderne Games dort nur schleppend oder eben gar nicht liefen. Wer es beim Gaming nostalgisch liebt, kommt beispielsweise mit dem Rennsimulator Torcs auf seine Kosten, mit einfacher Grafik, jedoch guter Geschwindigkeit, die lange Spielspaß garantiert und zudem kostenlos heruntergeladen werden kann. SuperTuxKart ist ein open-source Kart-Racing Game, das bereits 2007 auf den Markt kam und im August 2020 eine neue Version erhielt, entwickelt nicht nur für Windows, iOS und Nintendo Switch, sondern speziell auch für Linux und Android.

Der größte Vorstoß in die Gaming-Welt gelang Linux jedoch über die Plattform Steam, wo zahlreiche Spiele angeboten werden, die speziell auf Linux hervorragend laufen. Windows gilt zwar immer noch als der Favorit, doch viele Spiele erhalten mittlerweile eine native Linux-Unterstützung. Ein Gamer verglich 5 beliebte Steam-Spiele , Doom (2016), Dirt Rally, Rocket League, Rise of the Tomb Raider und Tropico 6, auf Windows 10 mit Linux-Distribution Manjaro 18. Wenngleich weniger Titel für Linux als Windows verfügbar sind, steigt diese Zahl jedoch derzeit deutlich an, und auch weitere Vorteile sprachen laut des Testers für einen Wechsel zu Linux: deutlich reduzierter Ressourcenbedarf des Betriebssystems und kein Zwang zu häufigen Updates.

Zu den beliebtesten und bekanntesten Steam-Spielen, die besonders gut unter Linux laufen gehören Minecraft und Sims 4, aber auch Mad Max Warhammer 40000: Dawn of War II oder der Verkehrssimulator Transport Fever lassen sich über den Steam-Client für Linux nutzen. Ebenfalls angesagt unter den Linux-Spielen sind Counter Strike: Global Offensive, das Abenteuerspiel ARK: Survival Evolved, das Mystery-Spiel Firewatch und viele mehr. 

Ein interessanter und derzeit rapide wachsender Bereich ist auch der, der Online-Casinos und live Wetten,  wo sich derzeit zahlreiche open-source-Anwendungen herausbilden, die sich auf die Lösungen zur Bereitstellung von Gambling-Plattformen spezialisieren, die wiederum auf Linux-Plattformen gehostet werden. Gleichzeitig gehen die Wett-Anbieter sicher, dass ihre Angebote problemlos auch auf Linux-Systemen laufen, kompatibel ist beispielsweise 888 Casino, einer der ältesten Casino-Anbieter der Welt, mit hervorragendem Ruf und einer großen Auswahl an Spielen, bei dem Linux-Anwender zudem wissen, dass sie kein Sicherheitsrisiko eingehen. 

In der Tat besinnen sich aktuelle Spiele-Entwickler immer mehr auf Linux, das sich von den anderen Betriebssystemen absolut nicht verdrängen lässt. Ganz im Gegenteil, dank Steam könnte es bald zu ganz neuer Berühmtheit gelangen, wenn es auf einmal in den Handheld-Markt einbricht. Hersteller Valve hat laut aktueller Gerüchte ganz große Pläne in Sachen Hardware. 2018 war die Steam-Machine als Alternative zu Gaming-PCs mit Windows-Betriebssystem zwar gescheitert, dennoch ließ man sich beim Hersteller nicht von den Misserfolgen in der Vergangenheit einschüchtern. Nun ist die Rede von einem neuen Valve-Handheld, das Nintendo Switch Konkurrenz machen soll.

Aufmerksam wurden ambitionierte Gamer darauf durch auffällige Bezeichnungen im Steam-Code wie SteamPal Games, Device Optimized Games sowie eines ominösen Neptune-Controllers. Angeblich soll es noch dieses Jahr zu einer offiziellen Bekanntgabe kommen, derzeit heißt es das neue Gerät stecke noch in der Prototypen-Phase. Diskutiert wird ein Handheld mit Touchscreen, Gamepad-Elementen sowie, ebenso wie bei Nintendo Switch, Anschlussmöglichkeiten an einen großen Bildschirm, und eben – bei Valve kaum verwunderlich – Linux als Betriebssystem. 

Ars Technica bestätigte diese Gerüchte in einem Artikel am 25. Mai und zitierte vertrauliche Quellen, dass sich das Handheld unter dem Code-Namen „GamePal“ bereits seit mehreren Jahren in Entwicklung befindet und möglicherweise noch Ende dieses Jahres auf den Markt kommen soll. 

Mit Erscheinen eines Steam-Handheld könnte Linux also in der Gaming-Welt zu ganz neuem Ruhm gelangen, besonders, wenn sich derzeit angesagte Steam Linux-Titel wie Counter Strike: Global Offensive, Left 4 Dead 2, Borderlands 2, Portal 2 oder Insurgency demnächst von überall und jederzeit mobil spielen lassen, ohne auf einen Desktop-Computer angewiesen zu sein.

Dass Linux als einer der Dinosaurier unter den Betriebssystemen Windows, iOS oder die Konsolen vom Markt verdrängen wird, ist zwar unwahrscheinlich, dennoch liegt der Trend derzeit stark bei mobilen Systemen, die Gaming ortsunabhängig erlauben. Sicherheit ist hierbei ein wichtiger Aspekt, besonders natürlich auch bei Casino-Spielen und Slot-Maschinen über Steam wie Idle Poker, High&Low oder Wall Street Bets – ein Anspruch, dem Linux als besonderes sicheres OS besonders Rechnung tragen kann.

Linux hat Steam schon jetzt seine steigende Popularität zu verdanken, da es aufgrund des großen Spieleangebots dort nicht länger nur als das Betriebssystem von Web-Entwicklern, Administratoren und Web-Designern gilt, sondern in der Tat viel Spaß und Unterhaltung auf Linux-Systemen möglich ist.  Mit einem neuen, auf Linux aufgebauten Handheld könnte das Operating System endgültig einen ganz neuen Ruf bekommen und die jüngere Generation auf sich aufmerksam machen, die sich bisher möglicherweise gar nicht bewusst war, dass ihre Android-Phones ebenfalls unter Linux laufen.