Sex der Zukunft – Smart und Digital?

Sex der Zukunft - Smart und Digital?

Sex der Zukunft – Smart und Digital?

Die Digitalisierung macht auch vor den intimsten Momenten nicht Halt: Während sich Internetpornografie schon längst etabliert hat, nutzen immer mehr Menschen technische Hilfsmittel von smarten Sextoys bis zu lebensechten Sexrobotern.

Schon vor der weltweiten Pandemie spielte die Digitalisierung der Erotik eine immer größer werdende Rolle. Covid-19 hat wie ein Katalysator auf diese Entwicklung eingewirkt. Durch Isolation und Kontaktvermeidung griffen Singles wie auch Paare vermehrt auf Webcam-Sex, Sexting und innovative Vibratoren zurück. Ein smarter Sexroboter stellt wohl die aufwendigste Form des Sextoys dar. Doch was macht diese Digisexualität mit uns? Und wie entwickelt sie sich nach der Pandemie weiter?

Was ist Digisexualität überhaupt?

Die Psychologen Neil McArthur und Markie L.C. Twist haben den Begriff der „Digisexualität“ 2017 das erste Mal veröffentlicht. Menschen, die sich als digisexuell bezeichnen, bevorzugen moderne Technologien vor menschlichen Partnern und Partnerinnen, um ihre Sexualität auszuleben. Unter den Begriff fällt die Nutzung von Internetpornografie, Sexting, Webcam Sex, Virtual Reality Pornos, technische Sextoys sowie smarter Sexroboter. Es gibt jedoch auch weiter gefasste Definitionen. Beispielsweise kann demnach schon „digisexuell“ sein, wenn jemand neue Technologien und die Digitalisierung in das Sexleben mit einbezieht. Wenn man den Begriff der Digisexualität also ausdehnt, gelten sehr viele Menschen auf einmal als digisexuell.

So digital ist unser Sexleben heute

Die Digitalisierung hat das Sexleben der meisten Menschen schon längst erreicht. Ende der 70er Jahre waren drei Viertel der im Umlauf befindlichen Videokassetten mit Pornofilmen bespielt. Mit der Entstehung des Internets wurde die Verfügbarkeit von Pornografie noch einmal immens erleichtert. Die größte Website für Internetpornografie verzeichnet täglich 81 Millionen Besucher weltweit. Pornoseiten machen 30 Prozent des Internets aus.
Spätestens seit der Corona Pandemie wurde das Internet für das Ausleben der eigenen Sexualität sehr bedeutend. Paare, die in einer Fernbeziehung lebten, konnten sich plötzlich nur noch über die Webcam sehen. Die Kontaktvermeidung schränkte für viele Personen die Möglichkeit für echte Sextreffen massiv ein. Smarter Webcam Sex, Sexting, Internetpornos und technische Sextoys verzeichneten einen riesigen Umsatzanstieg. Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine Großzahl an Dildos, Masturbatoren und Vibratoren, die über Apps gesteuert werden. Paare, die zur Kontaktsperre verurteilt wurden, konnten über diese Art des Sexspielzeugs etwas Schwung in das distanzierte Liebesleben bringen.

Auf welchem technischen Stand sind Sexroboter mittlerweile?

Bei Sexrobotern handelt es sich um eine Sexpuppe, die elektronisch betrieben wird. Die Zukunftsstudie Homo Digitalis von den öffentlich-rechtlichen und dem Frauenhofer-Insitut für Arbeitswirtschaft und Organisation fand heraus, dass jeder fünfte Deutsche mit einem Sexroboter schlafen würde. Die Hälfte der Befragten würde es nicht stören, wenn der Partner einen Sexroboter besäße. Verliebte Gefühle können sich jedoch nur sechs Prozent vorstellen. 85 Prozent der Käufer von Sexrobotern seien Männer.
Während Sexpuppen immer noch verhöhnt und Basis vieler Witze sind, stellen Sexroboter einen hochtechnischen Fortschritt dar. Sogenannte Real Life Dolls haben eine weiche Haut, die sogar warm werden kann – wie bei einer echten Frau. Im Gegensatz zur Realität können sich Männer das Aussehen dieses Sexroboters frei gestalten. Sie sind äußerst flexibel, haben keine Ansprüche, stöhnen und zittern. Auf Wunsch stellt ein smarter Roboter sogar einen Orgasmus dar. Manche Real Life Dolls können sprechen. Sie wissen, was die Vorlieben ihres Besitzers sind oder wann dieser Geburtstag hat. Diese Hightech Roboter sind jedoch nur für gut gefüllte Portemonnaies zu haben: Eine Real Life Doll kostet im Schnitt 20.000 Euro.

Abhilfe für Unberührte und Menschen mit extremen Fetischen

In der Tat sehen Ärzte, Psychologen und Forscher einige Vorteile in Sexrobotern. Sie können die sexuelle Vielfalt in Beziehungen fördern und ergänzen. Menschen, die von sexuellen Erfahrungen ausgeschlossen sind, würden durch Sexroboter einen Zugang zur Sexualität finden. Es soll tatsächlich Personen geben, die sich in Sex Dolls verlieben. In einigen Ländern der Welt sind sogar Hochzeiten mit den Puppen erlaubt. Vielleicht ist diese Art der Ehe für einen kleine Anzahl von Menschen ein Weg aus der Einsamkeit.
Im Kampf gegen Menschenhandel und Prostitution stellen elektronische Sex Dolls ebenfalls einen Weg dar. Mittlerweile gibt es die ersten Bordelle für Sexroboter. So können auch Männer, die sich keine Real Life Doll leisten können, Hightech Sex erleben. Menschen, die pädophile Vorlieben oder Gewaltfantasien haben, verfügen über die Möglichkeit, diese mit passenden Sexrobotern auszuführen. So soll die Rate von Übergriffen an Frauen und Kindern reduziert werden.

Mehr Männer mit erektiler Dysfunktion sowie Pannen beim Datenschutz

Jedoch beschreiben viele Fachleute auch negative Auswirkungen durch Digisexualität. Wenn Sexroboter keine Widerworte geben und jegliche Fantasien mitmachen, kann ein Bild von einer alles akzeptierenden Person gestärkt werden. Im schlimmsten Fall werden diese Anforderungen ohne Diskussion auch an echte Sexpartnerinnen gestellt. Real Life Dolls haben in der Regel ein extremes Aussehen mit unrealistischen Proportionen. Dieses Abbild einer Frau kann zu einer noch stärkeren Stereotypisierung des weiblichen Aussehens führen.

In Bezug zur allgemeinen Digitalisierung der Sexualität durch Internetpornografie, Webcam Sex und Sexting haben Psychologen ebenfalls Bedenken. Demnach findet eine Abkopplung von Sex und Partnerschaft statt. Es besteht die Gefahr, dass die unendliche Auswahl an sexuellen Erlebnissen im Internet den zwischenmenschlichen, echten Sex ersetzt. Auch die Fantasie, die einen großen Teil bei Erotik spielt, leidet unter dem Überangebot an Pornos und mehr.
Natürlich muss der Datenschutz auf Websites und bei Sex Apps gesichert sein. Es gibt einige Berichte, bei denen dies nicht der Fall war. Dabei handelt es sich um äußerst intime Informationen, über die digisexuelle Nutzer und Nutzerinnen selbst entscheiden müssen.

Smarter Sex wird immer beliebter. Egal ob alleine, zu zweit oder in einer Gruppe: durch einen bedachten Umgang mit den neuen Technologien kann das Sexleben positiv beeinflusst werden. Bis sich der smarte Sexroboter weiter verbreitet, dauert es noch. Forscher gehen jedoch davon aus, dass – wenn die elektrischen Sexpuppen erschwinglicher werden – sich Sexroboter an einer immer größeren Beliebtheit erfreuen werden.

 

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