Das Kryptokarussell – Bitcoin & Co. offenbaren ihre Schwächen

Das Kryptokarussell - Bitcoin & Co. offenbaren ihre Schwächen

Das Kryptokarussell – Bitcoin & Co. offenbaren ihre Schwächen

Nach dem monatelangen stetigen Aufstieg von Kryptowährung überschlugen sich die Meinungen der Experten, wohin die Reise des digitalen Geldes noch gehen würde. Nun ist klar, dass der Aufstieg endlich war und seit Anfang Mai fallen die Kurse rapide – der Negativtrend hält an. Die Gründe dafür sind zahlreich und nicht nur die große Kryptowährung Bitcoin ist betroffen. Auch Ethereum in Dogecoin zeigen ein ähnliches Muster auf, wobei Dogecoin um fast 50% im Vergleich zum Höchstwert fiel.

 

Kryptowährung werden alltagstauglicher

Dabei fing der Höhenflug des Krypto Geldes vielversprechend an und mit der Zeit waren es nicht mehr ausschließlich Experten aus dem Finanzwesen und der digitalen Welt, die mit der neuen Währung etwas anfangen konnten. Auch der breiten Masse wurden Bitcoin und Co immer zugänglicher und verständlicher gemacht. So fingen Zahlungsdienstleister wie Mastercard und PayPal an, die Bezahlmethode in ihre Systeme zu integrieren. Im Falle von PayPal war zunächst nur der Handel mit den verschiedenen Kryptowährungen möglich, doch noch dieses Jahr sollen auch Leistungen damit bezahlt werden können.

Im Internet überschlugen sich die Anbieter, die mit dem Hype das neue Geld akzeptierten. So lassen sich Rechnungen unter anderem bei Microsoft, Lieferando, Wikipedia oder Expedia mit Bitcoin begleichen. Auch Trading-Plattformen setzten mit Boni Anreize für das Einzahlen mit Krypto, Online Casinos werden zu Bitcoin Casinos und selbst berühmte deutsche Lieferdienste akzeptieren Bitcoin für den Pizzadienst. Im niederländischen Arnheim bemühte sich seit 2014 gar ein ganzer Ort zur europaweiten Hauptstadt des digitalen Geldes zu werden. So werden in „Bitcoin City“ in über 100 Läden die verschiedenen Coins und Token akzeptiert.

 

Starke Anfälligkeit zeigt sich

Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen die Kehrseite der so hochgelobten neuen Währung auf. Schon während der Rekordhochs, die sich 2021 gegenseitig jagten, war eine Person maßgeblich für den steigenden Kursen verantwortlich – Unternehmer Elon Musk. Das Universalgenie gründete etliche erfolgreiche Unternehmen wie PayPal, SpaceX, Neuralink, The Boring Company und natürlich den Elektroautohersteller Tesla. Musk weiß um seinen Einfluss und nutzt diesen fleißig. So lassen seine Tweets die Kurse der verschiedenen Krypto Gelder in die Höhe schießen, während seine öffentlichen Auftritte die Aktienpreise zum Sinken bringen.

Offensichtlich wurde dies für die breite Masse mit seiner Tesla – Bitcoin Entscheidung. Im Februar dieses Jahres kaufte seine Firma Bitcoin im Wert von 1,5 Milliarden Dollar und die Preise schossen in die Höhe. Mitte Mai nun ließ Musk verkünden, dass Tesla keine Zahlungen mit den Kryptowährungen mehr zulasse, zu hoch sei der Schaden, den diese auf Umwelt nehme. Dabei bezieht er sich auf die enormen Mengen an fossilen Brennstoffen, speziell Kohle, die für das „mining“ benötigt werden. Die entsprechende Folge war ein starker Abfall des Wertes von Bitcoin und anderen Währungen sowie der Teslaaktie.

So offenbaren Kryptowährungen ihre Schwächen, die ihnen erst als vermeintliche Stärken ausgelegt wurden. Da es im Gegensatz zu Fiat Geld keine zentralen Verwaltungsstellen gibt, beruht der Wert nicht auf wertstabilen Rohstoffen wie Gold. Nun zeigt sich aber, dass das digitale Geld extrem anfällig für äußere Einflüsse ist und die mangelnde Zentralisierung Risiken birgt.

Neben den Beeinflussungen durch Elon Musk und seine Tweets stellen sich aber auch immer mehr Regierungen gegen die neuen Währungen. Zuerst war es Indien Mitte März, die ein Verbot gegen den Besitz privater Kryptowährungen aussprachen. Dies wird teilweise mit heftigen Strafen geahndet. Jetzt spricht sich auch die chinesische Notenbank entschieden gegen die Nutzung von Bitcoin und Co aus. Zu spekulativ und sprunghaft sei die Währung und so folgte die Warnung an Investoren und Finanzinstitute, auf das digitale Geld zu verzichten. Nach der Euphorie über Rekordwerte scheinen sich Anhänger von Krypto nun also über die hohe Beeinflussbarkeit zu echauffieren.

 

Auch Hardware ist betroffen

Neben all den digitalen Entwicklung und Einflüssen, die die Kryptowährung mittlerweile auf die Gesellschaft hat, sind auch Folgen im Hardwarebereich zu spüren. Seit einigen Monaten herrscht ein weltweiter Halbleitermangel, den unter anderem die Automobil- und Computerindustrie in Mitleidenschaft zieht. Grundsätzlich gehören Halbleiter zu den meist produzierten und benötigten Komponenten weltweit. Allein 2020 wurden über eine Billion der kleinen Festkörper verschifft. Durch den enormen Boom der Kryptowährung wird das „mining“ einzelner Coins immer wichtiger.

Hierfür werden leistungsfähige Grafikkarten benötigt, die in der Lage sind, komplexe Rechnungen auszuführen. Einst war ihre einzige Funktion die detailgetreue Darstellung von Videospielen, nun gibt es einen regelrechten Kampf zwischen Gamern und Minern. Neben dem Mangel an Halbleitern ist die Folge auch der enorme Preisanstieg der begehrten Computerteile.

Nun steht der Bitcoin als größte Kryptowährung bei unter 30000 US-Dollar pro Coin, während er Mitte April noch beim historisch höchsten Wert von über 60000 US-Dollar lag. Wie es mit Bitcoin, Ethereum, Dogecoin und anderen digitalen Währungen weitergeht, ist quasi nicht vorherzusagen. Zu sprunghaft sind die Entwicklungen und Einflüsse, die auf das Internetgeld genommen werden. Diese Woche gab es in den USA zwei wichtige Ankündigungen bezüglich Krypto. So entschied das amerikanische Finanzministerium, dass Krypto-Überweisungen die einen Wert von 10000 Dollar übersteigen, künftig der Steuerbehörde gemeldet werden müssen. Zusätzlich kündigte die US-Notenbank an, in der Entwicklung eines potenziellen digitalen Dollars zu sein, der von den Zentralbanken kontrolliert werden soll.

Es wird auch in den nächsten Wochen und Monaten spannend bleiben, wenn um das Thema Kryptowährung geht. Wohin die Reise führt, bleibt abzuwarten.

Image by Susanne from Pixabay
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