Digitalisierung der Versicherungsbranche

Digitalisierung der Versicherungsbranche

Digitalisierung der Versicherungsbranche

Selbst in wirtschaftlich turbulenten Zeiten konnte die Versicherungsbranche kaum etwas ins Wanken bringen. Dennoch ist es auch für Versicherungen wichtig, mit der Zeit zu gehen und sich mit aktuellen Themen zu beschäftigen. Dazu gehört mittlerweile die Digitalisierung und wie sie positiv in die Wertschöpfungskette integriert werden kann. Für Versicherungen bietet die Digitalisierung zahlreiche neue Möglichkeiten, die nicht nur positiv für das Unternehmen sind, sondern auch Vorteile für Kunden bringen können.

Was ist unter Digitalisierung zu verstehen?

Gerne wird Digitalisierung mit dem vermehrten Einsatz von PC oder Internet gleichgesetzt, doch ist dies nur ein winziger Bruchteil, den die Digitalisierung ausmacht. Trotz Laptop, Smartphone oder Internet muss ein Unternehmen noch lange nicht die digitale Transformation abgeschlossen haben.

Bei der Digitalisierung geht es in erster Linie darum, wie neue Technologien als Mehrwert für das Unternehmen eingesetzt werden können. Digitale Technologien sollten die Prozesse im Unternehmen verbessern und beispielsweise Ressourcen sparen, die zu einer Reduktion von Kosten führen oder Personal besser eingesetzt werden kann. Digitale Technologien können auch die Kommunikation verbessern und bieten die Möglichkeit sowohl Mitarbeiter als auch Kunden besser zu informieren. Nicht zuletzt bedeutet die Digitalisierung auch einen Schritt weg vom Papier-Büro hin zu papierlosen Arbeitsabläufen.

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Was bedeutet Digitalisierung in der Versicherungsbranche?

Digitalisierung in der Versicherungsbranche bedeutet vor allem eine Reduktion von Kosten. Die Meldung von Schäden kann online erfolgen, wodurch sich Kundenbetreuer viel Zeit und unnötige Telefonate ersparen. Zudem können auch Rechnungen digital bei einem Schaden eingereicht werden, wodurch die Abwicklung eines Schadensfalls deutlich beschleunigt wird.

Die Schlagwörter sind mittlerweile Kostensenkung und Effizienzsteigerung, die die Digitalisierung in der Versicherungsbranche notwendig machen. Hinzu kommt der Umstand, dass auch die Kunden die Digitalisierung vorantreiben.

„Angebote werden online vergleichen und Kunden haben innerhalb weniger Sekunden das beste Angebot vorliegen. Bis zum Abschluss vergehen oft nur wenige Minuten. Wer hier nicht mithalten kann, der verliert wertvolle Kunden“ – so die Experten der Clark Germany GmbH

Die Digitalisierung hat Kunden schon lange erreicht und digitale Angebote erwarten sie sich auch vom Versicherungsunternehmen, weil sie dadurch selbst Zeit sparen können und Abläufe sich effizienter gestalten lassen.

Ob Versicherungen digitale Angebote haben, kann mittlerweile ausschlaggebend für einen potenziellen Kunden sein, sich für oder gegen ein Versicherungsangebot zu entscheiden.

Wie Versicherer die Chancen der Digitalisierung nutzen können?

Vorbeugen ist besser als bezahlen, ist das Motto der Digitalisierung. Diese sollte in der Versicherungsbranche nicht nur die Abwicklung von Schäden umfassen, sondern dafür zu sorgen, dass sie erst gar nicht passieren. Egal, auf welche Branche geblickt wird, Prävention von Schäden ist unverzichtbar geworden und das gilt auch für die Versicherungsbranche, die vor allem verhindern will, dass es überhaupt zu Schadensfällen kommt.

Die Digitalisierung stellt dafür zahlreiche Daten zur Verfügung, die gezielt dafür verwendet werden können, Kunden vor Versicherungsfällen zu bewahren. In der Regel ist dies auch im Interesse des Kundens, denn die Versicherung ist nur ein Sicherheitsnetz, sollte es dennoch zu einem Schaden kommen. Fast die die Hälfte der Kunden würde sogar solche Service-Angebote zur Prävention nutzen, allerdings haben es nur wenige Versicherungsunternehmen bisher im Angebot.

Wie dies in der Praxis aussehen kann, ist unter anderem von den gesammelten Daten abhängig. Ältere Versicherungsnehmer wollen sich bevorzugt Informationen holen, während jüngere Kunden durchaus Informationen mit der Versicherung über Apps teilen. Dazu gehören beispielsweise Gesundheits-Apps. Zukünftig kann die Prävention von Schäden sich nicht nur auf die Informationen von Kunden beziehen, sondern beispielsweise auch auf Hersteller von Produkten. Ist beispielsweise bekannt, dass ein Fahrzeug grobe Mängel hat, die möglicherweise Versicherungsfälle durch Verkehrsunfälle aufgrund technischer Defekte nach sich ziehen kann, ist die Versicherung mithilfe der Digitalisierung in der Lage die Kunden innerhalb von Sekunden etwa über E-Mail zu informieren. So können zahlreiche Versicherungsfälle vermieden werden.

Wie erweitert sich der Leistungsbereich durch die Digitalisierung?

Bisher waren Versicherungen vorwiegend mit dem Abschluss von Verträgen und der Abwicklung von Schadensfällen befasst. Die Digitalisierung könnte das Angebot erweitern, denn zukünftig könnte auch die Prävention eine größere Rolle spielen. Dies könnte auch branchenübergreifend stattfinden. Anstatt beispielsweise den Kunden eine private Gesundheitsvorsorge anzubieten, wird der Versicherungsnehmer konkret auch darüber beraten, was er für die persönliche Gesundheit tun kann.

Daraus lassen sich ganze Pakete schnüren, die nicht nur aus einer Versicherungsleistung bestehen, sondern auch aus einem konkreten Produkt wie etwa der Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Dadurch verschwimmt auch die Grenze, ob ein Produkt oder eine Dienstleistung angeboten wird zunehmend und die Wertschöpfung passiert über dem eigenen Unternehmen hinaus.