Online Shops Zahlungsmethoden – Der Wandel im Online Payment

Online Shops Zahlungsmethoden - Der Wandel im Online Payment

Online Shops Zahlungsmethoden – Der Wandel im Online Payment

Online-Shops gibt es Tausende und es werden täglich mehr. Kein Wunder – der Einkaufsbummel vom Sofa aus wird immer beliebter. Vielen Berufstätigen fehlt die Zeit, lange durch die Geschäfte zu irren um das gewünschte Produkt zu finden. Sie nutzen lieber die Möglichkeit, sich die Ware einfach per Post nach Hause liefern zu lassen. Aber bei jedem Online-Kauf stellt sich die Frage: Wie bezahle ich die Ware sicher und ohne Risiko?

Der Einkauf von Zuhause aus ist nicht neu. Bereits seit den 50er Jahren nutzen immer mehr Menschen die bequeme Möglichkeit, Waren im Katalog auszusuchen und nach Hause geliefert zu bekommen.

Anfangs wurde noch bar bezahlt, zum Beispiel bei Abholung in den örtlichen Annahmestellen, die sich auch um Bestellung und Retouren kümmerten, oder per Nachnahme. Als sich zunehmend die unbare Zahlung durchsetzte, war das Mittel der Wahl der Rechnungskauf. Der Kunde erhielt mit der Ware die Rechnung, welche dann innerhalb einer gesetzten Frist, meist 14 Tagen, per Banküberweisung gezahlt werden musste.

Für Kunden eine sichere und verlockende Sache. Die Ware konnte bereits genutzt werden, um das Bezahlen kümmert man sich später. Was für viele Käufer zur Schuldenfalle wurde, wurde für die Händler immer mehr zum Risiko. Nicht wenige Käufer landeten durch übermäßige Rechnungskäufe und Ratenzahlungsvereinbarungen in der Privatinsolvenz und die Versandhändler hatten Forderungsausfälle zu beklagen.

Als sich in den 90ern das Internet in den Privathaushalten etablierte, gingen auch die Händler online. An den Zahlungsmethoden änderte das zunächst nichts. Aber auch bei den Kunden, die sich zunehmend an die bequeme Erledigung vieler Arbeiten vom heimischen Computer aus gewöhnt hatten, wuchs nun der Wunsch nach einer Erleichterung des Zahlungsweges. Das Online-Banking machte den Weg zur Bank fast unnötig. Eine Überweisung auszufüllen machte aber trotzdem Arbeit.

Mit der neuen Begeisterung fürs Online-Shoppen wuchs rund um die Jahrtausendwende das Online-Auktionshaus eBay. Doch für Privatverkäufe war die Zahlung auf Rechnung nicht möglich. An der riskanten Vorab-Überweisung ging kein Weg vorbei. Abhilfe versprach seit 2002 der Bezahldienstleister PayPal. Neben der Sicherheit, im Falle einer nicht erhaltenen Ware sein Geld zurück zu bekommen, war es vor allem wunderbar bequem, mit PayPal zu zahlen. Mit den Zugangsdaten einloggen, ein paar Klicks und der Bezahlvorgang ist abgeschlossen.

Kein Wunder, dass die Bezahlung per PayPal immer beliebter wurde. Immer mehr Online-Händler boten nun auch in ihren Shops die PayPal-Zahlung an. Heute ist PayPal beim online Bezahlen nicht mehr wegzudenken.

Für die Händler ist die PayPal-Zahlung zwar mit zusätzlichen Kosten verbunden. Sie bietet aber gleichzeitig auch dem Händler Sicherheit. Die Zahlung geht sofort bei dem Zahlungsempfänger ein, das ist Voraussetzung für den Versand der Ware. Der Händler spart sich das gesamte Mahnwesen, Forderungsausfälle sind ausgeschlossen.

 

Wie funktioniert PayPal?

Der Kunde muss sich mit seiner E-Mail-Adresse anmelden. Diese ist gleichzeitig die Zahlungsadresse. Wer Geld empfangen möchte, muss nur die E-Mail-Adresse angeben. Private Kontodaten werden nicht ausgetauscht.

Um zu bezahlen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann PayPal eine Einzugsermächtigung fürs Girokonto geben. Innerhalb von ein bis zwei Werktagen nach dem Bezahlvorgang wird der Betrag vom Konto abgebucht. Zweifelsohne der bequemste Weg, aber er birgt auch Risiken. Schnell sind mit wenigen Klicks in kurzer Zeit viele Käufe getätigt.

Mit der Abbuchung kommt dann das böse Erwachen. Der Weg in die Schulden ist auch auf diese Weise möglich. Sicherer ist die Bezahlung mit PayPal-Guthaben. Das kann entweder durch Einnahmen, zum Beispiel durch Privatverkäufe bei eBay, entstanden sein. Man kann auch vorab einen Betrag vom Girokonto aufs PayPal Konto einzahlen.

Der große Vorteil der PayPal-Zahlung für den Kunden ist die Sicherheit, da bei nicht erhaltener Ware das Geld über PayPal zurück geholt werden kann. Die Nutzung ist für Käufer kostenlos. Für den Zahlungsempfänger wird ein kleiner Betrag Gebühren fällig, welche vom Gutschriftsbetrag einbehalten werden.

Trotz der Vorteile auf beiden Seiten liegt PayPal laut einer Studie der EEC Köln nur auf Platz zwei der beliebtesten Zahlungsmethoden der Online-Käufer. Unangefochtener Liebling ist weiterhin der Kauf auf Rechnung. Aus den altbekannten Gründen: Erst die Ware, ums Bezahlen kümmert man sich gern später. Oder auch gar nicht.

Aus diesem Grund stößt der Rechnungskauf auch heute noch bei den Händlern auf wenig Gegenliebe. Viele Online-Shops bieten diese Methode gar nicht erst an. Oder es wird nach Eingabe aller persönlicher Daten zuerst eine Bonitätsprüfung durchgeführt. Davon hängt dann ab, ob dem Kunden die Bezahlung auf Rechnung gewährt wird.

Einige Versandhändler, gerade kleinere Shops, die sich Forderungsausfälle oder ein langwieriges Mahnverfahren nicht leisten können, gehen lieber auf Nummer sicher. Sie verlangen die Bezahlung der Ware vorab per Überweisung. Dem Käufer werden Betrag und Bankdaten mitgeteilt.

Erst wenn das Geld beim Händler eingeht, wird die Ware verschickt. Sicher für den Händler, riskant für den Käufer. Das Geld ist weg – ob die Ware dann tatsächlich ankommt, ist die Frage. Einen Käuferschutz gibt es bei der einfachen Banküberweisung nicht. Außerdem ist die Methode nichts für Ungeduldige. Bis die Überweisung von der Bank verarbeitet wurde und beim Händler eingeht, vergehen einige Tage.

Schneller geht´s mit dem Zahlungsdienstleister Sofortüberweisung. Man muss seine Nutzerdaten fürs Online-Banking eingeben, die Zahlungsbestätigung geht dann sofort beim Händler ein, die Ware kann schnellstmöglich verschickt werden. Die Methode setzte sich nicht durch, da die Eingabe vertraulicher Bankdaten inklusive PIN auf einer fremden Website auch für den Käufer riskant war.

Seit 2017 bieten Banken im Online-Banking die Echtzeitüberweisung an. Das Geld geht dann ebenfalls sofort beim Empfänger ein. Das Risiko bleibt aber in jedem Fall das Gleiche. Außerdem muss der Käufer bei Reklamationen oder Retouren sein Geld zurückverlangen. Daher ist die Vorkasse beim Käufer sehr unbeliebt.

Eine Möglichkeit für den Händler, dem Käufer die gewünschte Zahlung auf Rechnung anzubieten, ohne sich selbst um das Mahnwesen zu kümmern zu müssen, ist der Bezahl-Dienstleister Klarna. Die Ware wird vorab verschickt. Die Bezahlung innerhalb weniger Tage erfolgt dann nicht an den Händler, sondern an Klarna. Klarna kümmert sich um Zahlungserinnerungen und Mahnwesen. Auch Ratenkauf ist über Klarna möglich.

Eine weitere Möglichkeit, die insbesondere bei ausländischen Online-Shops beliebt ist, ist die Zahlung per Kreditkarte. Die Kartennummer, Ablaufdatum und eine Prüfziffer müssen angegeben werden. Der Rechnungsbetrag wird dann sofort der Kreditkarte belastet. So ist die Bezahlung für den Händler ebenfalls sofort abgeschlossen und die Ware kann schnell verschickt werden.

Grundsätzlich funktioniert die Kreditkarte wie folgt: Der Kunde beantragt eine Karte. Nach einer erfolgreichen Bonitätsprüfung wird die Kreditkarte zugestellt. Die Kartennummer, Prüfziffer und Ablaufdatum sind auf der Karte eingeprägt bzw. aufgedruckt.

Dem Kunden wird ein bestimmter Kreditrahmen eingeräumt, bis zu welchem die Karte belastet werden kann. Meist ist Anfangs noch nicht der volle Kreditrahmen verfügbar, er erhöht sich, wenn sich der Kunde als zuverlässig erweist. Einmal monatlich erhält man eine Rechnung. Man kann den gesamten Betrag auf einmal vom Girokonto überweisen. Dann ist die Karte ausgeglichen und es steht wieder der volle Kreditrahmen zur Verfügung.

Man kann aber auch nur eine Teilzahlung leisten. Auf den verbleibende Betrag werden wie bei einem Kredit Schuldzinsen fällig. Die Schuldzinsen auf Kreditkarten sind sehr hoch. Außerdem birgt das gesamte Funktionsprinzip der Kreditkarte hohes Verschuldungspotential und ist daher kaum zu empfehlen.

Wer nun in einem Online-Shop mit Kreditkarte zahlt, hat die Rechnung sofort beglichen, der Betrag wird der Karte sofort belastet. Man geht also in gewissen Weise auch in Vorkasse. Gerade bei ausländischen Online-Shops kann der Versand mitunter sehr lange dauern.

Die Kreditkartenzahlung wird sehr gern von Betrügern in sogenannten Fake-Shops genutzt. Der Kunde gibt seine Kartendaten an, der Betrag wird seiner Karte belastet. Ware erhält er jedoch nie. In diesem Fall gibt der Kreditkartenanbieter selbst Käuferschutz. Man muss den Betrug melden, bekommt dann sein Geld erstattet. Alles in allem ist die Kreditkarte mit Risiken verbunden und nicht das erste Mittel der Wahl bei Online-Käufen.

 

 

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