Verbraucher wünschen sich mehr Transparenz beim Einkauf

Verbraucher wünschen sich mehr Transparenz beim Einkauf

Verbraucher wünschen sich mehr Transparenz beim Einkauf

  • 75 Prozent wollen genau wissen, was in ihrem Essen steckt
  • Qualität schlägt Preis: Hauptsache billig gilt nur für eine Minderheit
  • Am Freitag startet die Grüne Woche in Berlin

Ob Erdbeerjoghurt, Tiefkühlpizza oder Aufschnitt: Ein Großteil der deutschen Verbraucher wünscht sich exakte Informationen darüber, welche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln genau enthalten sind und wie diese produziert werden. So sagen drei Viertel (75 Prozent), sie wollen beim Einkauf von Nahrung und Getränken ganz genau wissen, was in den Produkten steckt.

Jeder Zweite (51 Prozent) achtet bereits auf Siegel oder Label, wie etwa das Bio-Label oder das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.003 Bundesbürgern ab 16 Jahren in Deutschland. Demnach geben 87 Prozent an, ihnen seien Tierwohl und Nachhaltigkeit beim Einkaufen wichtig. 71 Prozent achten nach eigenen Angaben darauf, dass die Produkte regional produziert wurden.

„Verbraucher in Deutschland wollen nicht nur wissen, was in den Lebensmitteln steckt, sie wollen auch bewusst und informiert einkaufen. Dafür brauchen wir Transparenz auf allen Ebenen“, sagt Andreas Schweikert, Bitkom-Referent für Landwirtschaft. „Digitale Technologien bringen uns hier einen großen Schritt voran: Bereits jetzt tragen manche Produkte einen QR-Code – oder es gibt Barcode-Scanner-Apps für Informationen über Inhaltstoffe, die von Verbrauchern genutzt werden.“

Doch auch weitere Innovationen sorgen dafür, dass die Verbraucher mehr Einblicke und damit einen Bezug zu den Lebensmitteln erhalten: So bieten manche Landwirte an, per Webcam direkt in den Stall zu schauen. Schweikert: „Große Chancen liegen auch in der Blockchain-Technologie. So können bei einem Stück Fleisch etwa Geburtsdatum und -ort des Tieres, Züchter, Futterhersteller sowie der Transport lückenlos und für alle nachvollziehbar gespeichert werden. Blockchain macht nicht nur die Lieferkette transparent, sondern beugt auch Lebensmittel-Skandalen vor und macht im Falle eines Falles den Rückruf schnell und effizient.“

Wie die Bitkom-Befragung weiter zeigt, ist vielen Verbrauchern beim Lebensmittelkauf Qualität wichtiger als ein möglichst niedriger Preis: 84 Prozent sind bereit, für qualitativ hochwertige Produkte etwas mehr zu bezahlen. Dagegen sagen lediglich 36 Prozent, der die Ware solle möglichst billig sein.

„Wer Vertrauen in die Produkte und Erzeuger hat, zahlt auch gern einen höheren Preis. Damit werden diejenigen Landwirte und Erzeuger belohnt, die hochwertige Lebensmittel produzieren. Gleichzeitig wird ein Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet: Wer mehr Geld für Lebensmittel ausgibt, wirft weniger davon in den Müll. Mehr Transparenz ist eine Win-Win-Situation für alle: die Umwelt, den Erzeuger und für den Verbraucher.“

 

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im November 2019 durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Bundesbürger ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Frage lautete: „Welche Aspekte sind Ihnen beim Einkauf von Lebensmitteln wichtig?“ | Antworten für „Stimme voll und ganz zu“ und „Stimme eher zu“

Quelle: Pressemeldung Bitkom